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Lexus RX 400h

Vom leisen Tritt und kleinen Schlucken (Von Michael Kirchberger)

07. Dezember 2005 Dem Kennerblick fällt sofort der Zusatz auf. Das kleine "h" im Typenschild verweist auf den Hybridantrieb: Von dem glauben viele Automobilentwickler und Kunden vor allem in Übersee, das sei die selig machende, weil treibstoffsparende Kraftquelle der Mobilität. In Deutschland gibt es Absichtserklärungen, Hybridtechnik in Serienfahrzeugen anzubieten, kaufen kann der Interessent zur Zeit jedoch nur zwei Modelle. Beide stammen aus dem Hause Toyota, das den Prius offeriert. Die feinere Tochtermarke Lexus bringt den stämmigen RX 400h mit Allradantrieb auf die Straße. Er soll Schluß mit den Verbrauchs-Unarten der benzingetriebenen Vertreter dieser Fahrzeugklasse machen. Für mindestens 49 750 Euro rollt er mit 155 kW (211 PS) an den Start der Spritspar-Rallye.

Die Leistungsangabe im Fahrzeugschein verblüfft, denn mit dieser Kraft allein gelänge der flinke Sprint in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h einem gut zwei Tonnen schweren Wagen kaum. Das amtliche Papier nennt nur die Kraft des Benziners, aber für Sprint und Zwischenspurt sind weitere Helfer an Bord. Ein Elektromotor unterstützt bei Bedarf das Drehmoment an der Vorderachse, eine zweite E-Maschine bedient bei Traktionsbedarf die hinteren Räder, der V6 treibt nur die Vorderräder an. Das Mehrgewicht des Hybridantriebs im Vergleich zur herkömmlichen Technik fällt trotz der massigen Batterie unter der Rückbank, die Energielieferant für das Elektro-Duo ist, überraschend gering aus. Nur rund 150 Kilogramm mehr drücken auf die Waage. Schließlich fehlt die Kardanwelle nach hinten, der elektrische Hinterradantrieb wird, wenn notwendig, automatisch eingeschaltet. Im Schubbetrieb oder beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen und der Batterie zugeführt; reicht dies nicht aus, muß ein Generator helfen, der V6 treibt ihn an.

Was in der Theorie äußerst komplex anmutet, funktioniert in der Praxis verblüffend harmonisch. Das Starten des Motors vor dem Losfahren bleibt zunächst erfolglos. Nur elektrisches Summen von Lüftern und das Klicken von Schaltkreisen ist zu hören, sonst bleibt der Lexus stumm. Der Hebel des stufenlos arbeitenden Automatikgetriebes rückt von der Park- in die Fahrposition, und nach dem sanften Druck aufs Gas-, pardon, Fahrpedal rollt der RX 400h beinahe geräuschlos an. Das verwirrt andere Verkehrsteilnehmer durchaus, ungläubige oder erschrockene Blicke folgen dem stattlichen Wagen, wenn 4,76 Meter Länge und 1,85 Meter Breite auf leisen Sohlen die Fahrspur entlanggleiten. Erst wenn die Straße ansteigt oder eine schnellere Beschleunigung gefragt ist, springt der V6 kaum merklich an und mischt sich ins Geschehen um den Vortrieb. Schnell übernimmt er die Hauptarbeit im normalen Fahrbetrieb, begibt sich aber sofort wieder in Warteposition, wenn es im Stadtverkehr nur schrittweise vorwärtsgeht oder angehalten wird. Das anschließende Beschleunigen gelingt ohne Schrecksekunde, die E-Maschinen liefern aus dem Stand ihr maximales Drehmoment und sorgen für eine beachtliche Agilität in allen Situationen. Die Gesamtleistung des Hybridsystems liegt immerhin bei 200 kW (272 PS) und 750 Newtonmeter Drehmoment, was das eindrucksvolle Sprintvermögen und die Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h erklärt.

Der Hybridantrieb soll den Treibstoffverbrauch reduzieren, immer gelingt ihm das nicht. Auf der Autobahn nachts um halb eins bei einem Durchschnittstempo von 148 km/h von Frankfurt bis Basel und Geschwindigkeitsspitzen bis zu 200 km/h bedient sich der V6 standesgemäß und verlangt 18 Liter Sprit für 100 Kilometer. An der Grenze wird üppig nachgetankt, 65 Liter Vorrat gehen bei dieser Fahrweise schnell zur Neige. Das Verbrauchsverhalten ändert sich schlagartig auf den schweizerischen Fernstraßen und ihrem streng überwachten Tempolimit von 120 km/h. Knapp 13 Liter braucht der Hybrid-SUV hier für die 100-Kilometer-Distanz. Und die anschließende, gemütliche Tour über Landstraßen dritter Ordnung durch das hügelige Terroir Italiens drückt den Konsum auf kaum zehn Liter Super für 100 Kilometer. Nach langer Fahrt ergibt sich ein Durchschnitt von 11,4 Liter. Das ist deutlich mehr als die Norm-Angaben (8,1 Liter), muß aber für ein benzingetriebenes Schwergewicht als vergleichsweise günstig eingestuft werden.

Für Fahrspaß jenseits der Lust am Sparen sorgt der stämmige Lexus nur in kleinen Portionen. Anfahrstärke und Durchzugskraft können begeistern, die Geräuschentwicklung im Fahrbetrieb jedoch nicht. Wind- und Abrollgeräusche bleiben in akzeptabler Stärke, beim Beschleunigen jedoch muckt der V6 akustisch auf. Er tourt hoch und bleibt trotz steigender Geschwindigkeit bei konstanter Drehzahl, ein ungeliebter Charakterzug der stufenlosen Automatik. Welche Drehzahl anliegt, bleibt dem Fahrer unbekannt, ein Tourenzähler ist nicht an Bord. Statt dessen zeigt das "kW-Meter", welche Leistung aktuell eingesetzt wird, beim Verzögern rutscht die Nadel in das blaue Feld der Energierückgewinnung. Die fordert ihren Tribut vom Ansprechverhalten der standfesten Bremsanlage. Ein zartfühlender Fuß ist gefordert, um die Reise angenehm zu machen, Die Bremsen wirken unsensibel, ihre Dosierung wird zur Meisterprüfung. Kaum weniger ungenau zeigt sich die Lenkung. Sie ist zu leichtgängig, ein Gefühl für die Straße kommt nicht auf, und wer zügiger um die Biegungen fährt, muß sehr konzentriert zu Werke gehen.

Besser gefällt die komfortable Federung, sie läßt den Lexus ruhig über die Unebenheiten gleiten. Auf welliger Fahrbahn gerät die Karosserie ins Schaukeln, auch ihre Seitenneigung in Kurven ist spürbar und vermindert das Zutrauen in die Fahrstabilität. Mit der ist es gar nicht mal schlecht bestellt, gutmütig und sicher meistert der RX 400h Überschußgeschwindigkeiten in Kurven mit einfach zu kontrollierendem Untersteuern, unauffällig greift das ESP ein.

Der ruhig gestaltete Innenraum fördert die entspannte Art zu reisen, wie es zu den Eigenschaften des Hybrid-Autos paßt, die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Elektrisch lassen sich in der Spitzenversion Luxury Line die vorderen Sitze und das Lenkrad verstellen. Der Kompressor der Klimaautomatik wird von einem E-Motor angetrieben, ihre Wirksam- und Regelbarkeit reicht nicht an die herkömmlicher Anlagen heran. Xenon-Kurvenlicht und eine Rückfahrkamera gibt es für den teuersten RX 400h serienmäßig, ebenso die elektrisch öffnende und schließende Heckklappe. Und um die Begeisterung für die sparsamere Fortbewegung zu steigern, kann der Hybrid-Wagen ein Energiediagramm in den großen Farbmonitor des (ebenfalls grundsätzlich eingebauten) Europa-Navigationssystems einspielen. Hier erfährt man, welche Motoren gerade arbeiten und ob Energie zurückgewonnen wird. Den Sparwilligen belohnt das Verbrauchsdiagramm des Displays, es gibt den Durchschnittsverbrauch der vergangenen halben Stunden im Fünf-Minuten-Takt an und verteilt obendrein grüne Punkte für Energierückgewinnung. Man kann sie nicht im Supermarkt einlösen.

Das Platzangebot ist anständig, die Möglichkeit, die Rücksitze einzeln um 12 Zentimeter und die Mittelkonsole mit ihren großen Staufächern in Längsrichtung zu verschieben, bringt Variabilität. Das Stauvolumen des Kofferraums wird durch das schräg liegende Heckfenster beschränkt. 450 Kilo Nutzlast ist gering.

Das Hybridsystem kann Technikfreunde begeistern. Es funktioniert beeindruckend harmonisch (Lexus gewährt fünf Jahre Garantie bis 100 000 Kilometer) und kann unter bestimmten Bedingungen den Verbrauch senken. Allerdings dämmt es die Freude am Fahren wirkungsvoll ein. Wenn so die Zukunft aussieht, dann dürfen wir über die Vergangenheit froh sein.


Text: F.A.Z., 06.12.2005, Nr. 284 / Seite T3

Publiziert am: Freitag, 22. Dezember 2006 (7598 mal gelesen)
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